Zwischen Gipfel und Grube: Geographiekurse des GFS erkunden das Fichtelgebirge
Wie entwickelt sich eine Region touristisch weiter? Welche Angebote machen das Fichtelgebirge für Besucher attraktiv – und wo liegen dabei Chancen und Herausforderungen? Diesen und weiteren spannenden Fragestellungen gingen die beiden Geographiekurse der 12. und 13. Jahrgangsstufe des Gymnasiums Fränkische Schweiz bei einer zweitägigen Exkursion ins Fichtelgebirge nach. Dabei wurde Geographie ganz praktisch erlebbar: von der Skisprungschanze in Bischofsgrün über den Ochsenkopf bis in die Tiefen eines historischen Bergwerks. 
Tourismus aus erster Hand
Nach der Ankunft in Bischofsgrün erhielten die Schülerinnen und Schüler im Sportcamp in Bischofsgrün zunächst fachkundige Einblicke in die touristische Entwicklung der Region. Tourismusexperte Willi Zapf stellte verschiedene Projekte und Angebote vor und erläuterte, welche Bedeutung der Tourismus für das Fichtelgebirge im Allgemeinen und speziell für die Gemeinden rund um den Ochsenkopf besitzt. Dabei wurde deutlich, dass die Region längst nicht mehr ausschließlich vom klassischen Wintersport lebt, sondern zunehmend auf ganzjährige Freizeitangebote setzt. 
Wie sich Tourismus und Sport vor Ort verbinden, zeigte sich anschließend an der Bischofsgrüner Skisprungschanze. Nach einer kurzen Wanderung konnten die Schülerinnen und Schüler die Anlage nicht nur aus nächster Nähe betrachten, sondern auch selbst begehen. Informationen über ihre Nutzung verdeutlichten, welche Rolle derartige Sportstätten für die touristische Attraktivität einer Region spielen. 
Hoch hinauf – mit der Seilbahn auf den Ochsenkopf
Am Nachmittag stand mit der Fahrt auf den Ochsenkopf ein weiteres Beispiel für die touristische Inwertsetzung des Fichtelgebirges auf dem Programm. Mit der (relativ) neuen Seilbahn ging es hinauf zum Gipfel. Vor Ort erkundete die Gruppe unter anderem den Asenturm sowie den neu gestalteten Spielplatz und nahm den Beginn der Downhill-Strecke in Augenschein. Gerade hier konnte man gut erkennen, wie der Berg für unterschiedliche Zielgruppen erschlossen wird – von Familien mit Kindern bis hin zu sportlich Aktiven. Gleichzeitig boten die Eindrücke Anlass, auch über mögliche Herausforderungen nachzudenken: Wie viel touristische Erschließung verträgt eine Landschaft? Welche Angebote sind zukunftsfähig? Und wie lassen sich wirtschaftliche Interessen und der Schutz des Naturraums miteinander verbinden? Nach einem abwechslungsreichen Tag bot das Sportcamp am Abend noch Gelegenheit für gemeinsame sportliche Aktivitäten und den Austausch innerhalb der Gruppe. 
Tief hinab – vom Bergbau zum Besuchermagneten
Am zweiten Tag führte die Exkursion nach Fichtelberg zum Besucherbergwerk Gleissinger Fels. Bei einer Führung tauchten die Schülerinnen und Schüler in die Bergbaugeschichte der Region ein. Das ehemalige Bergwerk zeigt, dass auch historische Besonderheiten touristisch genutzt werden können und damit einen weiteren Baustein regionaler Entwicklung darstellen. Auf der Heimfahrt führte der Weg schließlich noch nach Warmensteinach. Bei einer Ortsbegehung richtete sich der Blick auf das Ortsbild und die touristischen Angebote: Welche Spuren hinterlässt der Tourismus? Welche Möglichkeiten bieten sich für die weitere Entwicklung des Ortes? Und vor welchen Herausforderungen stehen Gemeinden, die als Tourismusziele attraktiv bleiben wollen?
Während der gesamten Exkursion sammelten die Schülerinnen und Schüler Eindrücke und betrachteten die verschiedenen Formen touristischer Inwertsetzung aus geographischer Perspektive. Dabei ging es nicht nur um die Frage, was das Fichtelgebirge zu bieten hat, sondern auch darum, die Chancen und Herausforderungen zu erkennen und Perspektiven für eine nachhaltige Entwicklung der Region zu diskutieren. Die Exkursion verband damit fachliche Inhalte unmittelbar mit Beobachtungen vor Ort.
Mit vielfältigen Eindrücken kehrten die Schülerinnen und Schüler schließlich nach Ebermannstadt zurück – und mit einem differenzierteren Blick auf eine Region, die sich touristisch sichtbar im Wandel befindet.
StRin Julia Klump



