Gymnasium Fränkische Schweiz Ebermannstadt
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Bei Radio Bamberg "live on air"

"Radio Bamberg, es ist 15 Uhr 38, am Mikrofon für Sie Jörg Wagner",… so erleben wir, der Wahlkurs Schulradio vom GFS Ebermannstadt, am 13. Dezember 2018 die Nachmittagssendung von "Radio Bamberg" "live on air".
Der Kurs unter der Leitung von OStR Carmen Kestler, der in dieser Form seit September an unserer Schule existiert, hat dazu noch einige Gäste aus dem "Begabtenkurs" sowie StD Martina Rosteck, als Begleitung, eingeladen
.

Im engen Studio von "Radio Bamberg" drängeln sich also hinter dem Moderator und dem Mischpult 23 Schüler und zwei Lehrer. Jetzt brennt das "rote Licht" an der Tür, wir sind "live auf Sendung", wir halten den Atem an, niemand darf nun sprechen, sonst erreicht dies ungewollt alle Hörer im Sendegebiet.
Viele von uns haben eine ganz andere Vorstellung davon, wie Radio "gemacht wird" und wir sind erstaunt, wie es wirklich hinter den Kulissen zugeht.
Keinesfalls darf man nur seine Lieblingssongs abspielen, da das Musikprogramm einem speziellen Format unterliegt, mit dem bestimmte Altersgruppen angesprochen werden sollen.

Beim Musikprogramm von Radio Bamberg sind es die Hörer zwischen 29 und 59 Jahren. Nicht zuletzt ist dies Käuferschicht, die mit dem gesamten Programm erreicht wird, denn das Lokalradio "ernährt" sich gewissermaßen von Werbeeinnahmen. Dazu "schalten" also regionale aber auch nationale Unternehmen zu festgelegten Sendezeiten Werbespots, für die sie logischerweise bezahlen müssen; so ähnlich wie bei einer Zeitungsanzeige, hierbei nur viel aufwändiger produziert.
"Radio Bamberg" oder auch "Radio Galaxy", das ist das Studio nebenan, sendet man bekanntermaßen über die Grenzen von Bamberg hinaus und zwar aus einem sogenannten Selbstfahrerstudio: Der Moderator "fährt" die gesamte Sendung allein, einen Extra-Techniker gibt es nicht: Er steht inmitten vieler digitaler Geräte und beherrscht virtuos mit dem Drücken und Rauf-und Runterschieben vieler Knöpfe und Schalter sowie mit seiner Stimme den Ablauf des Programms. Für das Abspielen von Liedern und Wortbeiträgen gibt es genaue Sendeplätze, die streng auf die Sekunde hin eingehalten werden müssen.

Jede Form eines Wortbeitrages durchläuft zuerst die Redaktion. Dort werden Nachrichten aus aller Welt, aber auch Lokalnews, Veranstaltungsinformationen, Verkehrsmeldungen sowie Jingles, Spots, … ausgesucht, umgeschrieben und an entsprechender Stelle im Sendeplan eingebaut. Natürlich muss jede Information "hörergerecht" aufbereitet werden: komplizierte Schachtelsätze, Anhäufungen von Fremdwörtern oder ewig lange Sätze zu bilden, das ist nicht erlaubt. Fränkischer Dialekt ist durchaus als Identifizierung des Hörers mit "seinem" Radio durchaus erwünscht. Das Ganze ist möglichst kurz und knapp zu halten, also so ähnlich wie unsere Deutschaufsätze! Nicht länger als 1:30 Minuten, so lautet die Faustregel für einen Beitrag, weil sonst der Hörer abschalten könnte, wenn zu viel und zu kompliziert geredet wird. Alles muss natürlich und lebendig wirken, gerade das erfordert aber viel Arbeit und exakte Planung.
Markus Appel, ehemaliger Moderator und nun zuständig für alle Arten von Öffentlichkeitsarbeit, erklärt uns viele Abläufe beantwortet mit lockerer Art die Fragen der Schüler. ..."Wie man zum Radio kommt?" … Viele Mitarbeiter haben als Praktikant in der Redaktion angefangen und sich dann durch alle Abteilungen hochgearbeitet.

Reich werden kann man allerdings nicht. Auch die Arbeitszeiten sind für manche ein Problem. Die Menschen wollen auch an Wochenenden und Feiertagen Radio hören, ebenso spät in der Nacht. Also muss immer jemand im Studio sein, der sich um einen reibungslosen Programmablauf kümmert.
Zuletzt durften wird noch Grüße einsprechen. Dem einen oder anderen von uns stockt da schon der Atem, auch wenn man sonst noch so gesprächig unterwegs ist. Hier bringt die Mikrofon-Angst einige lustige Versprecher hervor. Nicht jeder ist schließlich gleich ein Thomas Gottschalk, der in grauer Vorzeit auch beim Radio "klein" angefangen hat. Das ist aber kein Problem, denn alle "Ähs" und "Mmhs" lassen sich digital "herausschneiden", so dass man dem später gesendeten "Drop-In" nichts mehr anmerkt.

Für alle Teilnehmer war dies ein außergewöhnlich interessanter Blick hinter die Kulissen von "Radio Bamberg".
Finanziell möglich gemacht hat diese Exkursion aber erst der Verein der Freunde des Gymnasiums Fränkische Schweiz Ebermannstadt e.V., bei dem wir uns herzlich für die Fahrtkostenübernahme bedanken.
Mit viel Input im Kopf und motiviert mit neuen Ideen für eigene Beiträge, die wir nun im Rahmen des Schulradios umsetzen wollen, treten wird den Heimweg an.
Vielleicht gehen für den einen oder anderen tatsächlich in der Zukunft Moderatoren-Träume in Erfüllung. Zumindest aber wissen wir nun, wie die Profis "Radio machen".

Beitrag: Teilnehmer des Wahlkurses Schulradio, Redaktion: Carmen Kestler
Fotos: Simon Reichel, Jahrgangsstufe 9+

 


 
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