Gymnasium Fränkische Schweiz Ebermannstadt
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Q11 im Museum Tüchersfeld

Besuch in der Frühen Neuzeit

Bereits im zweiten Jahr besuchte das Gymnasium Fränkische Schweiz aus Ebermannstadt im Rahmen des Oberstufen-Geschichtsunterrichts das Museum Fränkische Schweiz in Tüchersfeld.
Der Lehrplan des G8 sieht zu Beginn der elften Klasse eine Beschäftigung mit der Epoche des 16. bis 18. Jahrhunderts vor. Diese soll idealerweise als Geschichte vor Ort und mit regionalem Bezug umgesetzt werden.

Dank der äußerst kompetenten und schülernahen Betreuung durch den Museumspädagogen Dr. Kraus gelang es, den Schülerinnen und Schülern den im Klassenzimmer leider meist sehr theoretisch und fern der Realität zu vermittelnden Stoff über das Alltagsleben ihrer Vorfahren sehr anschaulich näher zu bringen.
Auch die selbständige Recherche der Schüler trug dazu erheblich bei.
Das äußerst authentische und geschichtsträchtige Gebäudeensemble des Tüchersfelder Judenhofs - es beherbergt neben einer Synagoge auch ehemalige Wohn- und Wirtschaftsgebäude - und die vorhandenen Exponate konnten die im Unterricht besprochenen Inhalte zur Frühen Neuzeit in idealer Weise ergänzen. Auch wurde das oft genug mit südbayerischen Bezügen vermittelte Schulbuchwissen über die Frühe Neuzeit in der regionalen Geschichte verankert und für die Siebzehnjährigen zugänglich gemacht.
So zeigte sich im Rahmen der mittlerweile recht engen Kooperation zwischen dem Gymnasium Ebermannstadt und dem Museum Tüchersfeld erneut, dass echter Unterricht vor Ort für Schüler und Lehrer eine wirkliche Bereicherung des Unterrichtsgeschehens ist.

Michael Schneier

Am 25. und 28. Oktober 2010 besuchten die Geschichtskurse der elften Jahrgangsstufe das Fränkische Schweiz Museum in Tüchersfeld. Nach der zwanzigminütigen Busfahrt wurden die Schülerinnen und Schüler in Gruppen aufgeteilt, welche nacheinander entweder an einer Führung, geleitet von Herrn Kraus, einem Mitarbeiter des Fränkische Schweiz Museums, teilnahmen oder gemeinsam mit ihrem Kursleiter das Gelände und Museum erkundeten. Außerdem sollten die Schülerinnen und Schüler mit Hilfe eines Fragebogens selbstständig eine kleine Recherche im Museum betreiben.

Das Fränkische Schweiz Museum, das auf einer Anhöhe zentral im Ort liegt, ist in dem sogenannten Judenhof untergebracht, einem Gebäudekomplex des 18. Jahrhunderts. Signifikant sind die zwei Felsen, die über dem Museum emporragen.
In den 43 Schauräumen des Museums, die früher einmal vor allem als Wohnstuben und Handwerksräume dienten, wird den Besuchern ein umfangreicher Überblick über die geologische Entstehung, Archäologie und Geschichte sowie über die Arbeits- und Lebensweise, Zünfte, Trachten und Bräuche der Fränkischen Schweiz präsentiert.
Des Weiteren beinhaltete der Judenhof einen kleinen Hausgarten, einen Backofen, aber auch eine Synagoge. Die Synagoge und die Bezeichnung „Judenhof“ lassen auf einen hohen Anteil an Juden in dem kleinen Tüchersfeld schließen. Tatsächlich berichtete uns Herr Kraus über die einst in Tüchersfeld heimische jüdische Gemeinde. Abgesehen von Tüchersfeld entstanden zu der Zeit 13 weitere jüdische Gemeinden in oberfränkischen Orten.
Bei der Führung durch das Museum war auch die Erdgeschichte der Fränkischen Schweiz ein Thema. Hierzu zeigte uns Herr Kraus einige Ammoniten und erklärte uns, wie sich aus den geologischen Schichten des einstigen Meeresbodens die heutigen Landschaftsformen der Fränkischen Schweiz in schwarzem, weißem und braunen Juragestein erklären lassen. Besonders interessant war es auch, die umfangreiche Ausstellung der alten Werkzeuge der Schmiede, Schlosser sowie Büttner, Töpfer und Schuhmacher zu besichtigen. Ein weiterer interessanter Aspekt waren auch die verschiedenen Zunftzeichen, wie beispielsweise das des Bierbrauers, der sogenannte „Bierstern“. Obwohl dieser als Hexagramm dargestellt ist, hat er nichts mit dem Judenstern zu tun. Viele staunten nicht wenig, als sie das Modell der Burg Neideck sahen, das diese um 1400 darstellte. Denn besonders erstaunlich daran war die damalige Größe und Komplexität der Burg. Auch in den Museumsräumen selbst, die z.T. die damaligen Wohn- und Schlafstuben waren, konnte man gut nachempfinden, wie sich das frühere Leben auf engstem Raume abspielte.
Zum Schluss ging es über eine steile Treppe zur Synagoge, die aus dem 18. Jahrhundert stammte. Typischerweise war diese nach Osten ausgerichtet und stellte den höchsten und größten Raum des gesamten Gebäudes dar. Zudem war die Synagoge in einen voneinander abgetrennten Männer- und Frauenbetraum unterteilt und beinhaltet auch heute noch eine originale Thorarolle. Die Synagoge lieferte einen Einblick in das religiöse Leben und die Traditionen einer jüdischen Landgemeinde.
Abschließend ist zu sagen, dass der Besuch des Fränkischen Schweiz Museums zum Teil neue aber auch vor allem interessante Einblicke in die Heimat der Schülerinnen und Schüler lieferte. 

Elena Schultz, Q11

 
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